Kommunalwahlen - Richtig wählen !

Karikatur Wähler vor einem Wahlschein
Zeichnung: Johann Kramer

Nach sechs Jahren ist es wieder so weit: Die Münchner/-innen sind aufgerufen, die politischen Entscheidungsträger ihrer Stadt neu zu wählen! Wir erklären das Wahlverfahren.

Jede(r) von uns Wähler/-innen bekommt drei Wahlzettel entweder am Wahlsonntag im Wahllokal in die Hand gedrückt oder als Briefwähler bereits vorher zugeschickt.

Und dann geht es los:

  1. Wahl des Oberbürgermeisters
    Auf diesem Wahlzettel stehen mehrere Kandidatennamen nebeneinander. Sie dürfen nur ein Kreuz machen, und das natürlich bei Dieter Reiter (SPD).

  2. Wahl des Stadtrats
    Jetzt haben Sie den größten und unhandlichsten Wahlzettel in Plakatgröße vor sich, es sollen schließlich 80 Stadträte gewählt werden. Alle an der Wahl teilnehmenden Parteien haben deshalb Kandidat(inn) en in der Reihenfolge von Platz 1 – 80 aufgelistet. Jeder Wähler hat 80 Stimmen. Die einfachste Art, diese zu vergeben, besteht darin, bei einer der Parteilisten (z.B. “Liste 5 SPD“ -) ganz oben 1 Kreuz zu machen. Damit bekommen alle darunter stehenden Kandidaten dieser Partei von Ihnen je 1 Stimme. Wenn Sie zudem Einfluss auf die Reihenfolge innerhalb dieser Liste nehmen wollen, können Sie nun zusätzlich einzelnen Kandidaten 2 oder 3 Stimmen geben, d.h. die Zahl 2 oder 3 in das Kästchen vor dem Namen schreiben. Dadurch erhalten diese ein höheres Stimmenergebnis als die Mitbewerber und können einen besseren Listenplatz erreichen. Aber Vorsicht: Sie müssen mitrechnen und aufpassen, dass Sie höchstens 80 Stimmen vergeben, sonst ist ihr Wahlzettel ungültig.
    Beispiel: Sie kreuzen auf jeden Fall zuerst die “Liste 5: SPD“ an. Dann geben Sie in dieser Liste fünf Kandidat(inn)en, die Sie kennen und schätzen, jeweils 3 Stimmen. Damit haben Sie von Ihren 80 Stimmen 15 persönlich zugeordnet. Je eine der restlichen 65 Stimmen bekommen dann (von oben nach unten) weitere 65 Kandidaten der Liste, die letzten zehn gehen leer aus. Alle Stimmen, die allen Kandidat(inn)en einer Partei gegeben worden sind, werden zum Parteigesamtstimmenergebnis zusammengezählt. Aus diesem ergibt sich nun, wie viele der 80 Stadtratssitze diese Partei erreicht hat. Außerdem wird das persönliche Stimmenergebnis jedes einzelnen Kandidaten errechnet und dementsprechend der endgültige Platz in der Rangfolge der Parteiliste festgelegt, der darüber entscheidet, ob er/sie den Sprung in die Stadtratsfraktion der Partei geschafft hat.

  3. Wahl des Moosacher Bezirksausschusses
    Diese Wahl verläuft im Prinzip wie die Stadtratswahl. Allerdings ist der Wahlzettel etwas kleiner. Denn hier werden nur 25 Bezirksausschussmitglieder gesucht bzw. gewählt, und Sie haben dementsprechend 25 Stimmen. Sie kreuzen also auch hier eine Parteiliste an (- natürlich wieder “Liste 5: SPD“ -) und haben damit jedem der 25 Kandidaten dieser Liste 1 Stimme gegeben. Gerade im näheren Wohn- und Lebensumfeld kennt man manche Kandidaten persönlich und/oder schätzt deren Auftreten und Wirken im Stadtteil besonders. Dann hat man auch hier die Möglichkeit, einzelnen Kandidaten zwei oder drei Stimmen (“2“ oder “3“ ins Kästchen vor dem Namen!) zu geben. Achtung: Nicht mehr als 25!

Sonderfall “Panaschieren“: Sollten Sie gar keine Parteiliste oder eine andere als die SPD-Liste ankreuzen wollen, können Sie trotzdem alle Kandidat(inn)en der SPD, die Sie schätzen und deshalb unterstützen wollen, individuell mit 1, 2 oder 3 Stimmen wählen. Sie müssen also nicht innerhalb einer Liste bleiben, sondern können mit Ihren 25 Stimmen (bzw 80 Stimmen beim Stadtrat) quer über mehrere Listen/Parteien hinweg einzelne Personen (aus-)wählen.